AUSZUG AUS DEN LEITLINIEN DER DO-SUCHTHILFE
• 1. Dass Sucht eine Krankheit ist, ist weitgehend
anerkannt. Dennoch existiert auch ein Bild der Sucht wie des Suchtkranken,
das in einer Mischung aus Fakten und Fiktionen, aus Wahrheit und Mythen
geprägt ist von überwiegend
düsteren Attributen menschlicher Existenz: von Unheilbarkeit und Hoffnungslosigkeit,
von Resignation und Verzweiflung, von Maß- und Zügellosigkeit,
von Entwertung und Verletzung, von Gewalt und Zerstörung. Ein derartiges
Bild trübt den Blick auf Ressourcen, Fähigkeiten und Begabungen
eines Suchtkranken.
• 2. Wir, die Mitarbeiter der DO-Suchthilfe, deuten Suchtmittelkonsum als ziel- und lösungsorientierte Strategie. Gemeinsam mit uns machen sich die Patienten/Bewohner auf die Suche nach ihren Ressourcen, ihren Kompetenzen und ihren Talenten. Damit diese Suche gelingt, begegnen wir unseren Patienten/Bewohnern mit Respekt und Wertschätzung, mit einer sorgenden, partnerschaftlichen, aufrichtigen, empathischen und neugierigen Haltung. In unseren Einrichtungen schaffen wir eine Atmosphäre der Geborgenheit, Solidarität, Zuversicht, Klarheit, Konsequenz, Herausforderung und Lebendigkeit.
Ein solches Setting ermutigt unsere Patienten/Bewohner, ein Lebenskonzept zu entwerfen und zu entwickeln, das ihnen ein Leben in Abstinenz und Zufriedenheit ermöglicht. Tragende Säulen eines solchen Konzeptes sind die Entdeckung und Entwicklung einer persönlichen, sozialen, beruflichen und spirituellen Identität.
